Griechenland: Bombenexplosion vor größtem Gefängnis Athens

In Athen hat es am Donnerstagabend eine starke Explosion gegeben. Außerhalb eines Gefängnisses in der griechischen Hauptstadt detonierte eine Bombe. Eine Frau wurde leicht verletzt.

Athen – Eine starke Explosion hat am Donnerstagabend die Athener Vorstadt Piräus Korydallos erschüttert. Die Detonation ereignete sich gegenüber dem Eingang eines Hochsicherheitsgefängnisses. Dabei wurde Berichten zufolge mindestens eine Frau leicht durch Splitter verletzt, ein weiterer Mann trug leichte Verletzungen davon.

„Wir haben wie durch ein Wunder keine Opfer“, sagte der Bürgermeister von Korydallos, Stavros Kasimatis. „Es sind erhebliche Schäden in einem Kreis mit einem Radius von 300 Metern entstanden.“

Ein anonymer Anrufer hatte eine Zeitung und einen Fernsehsender vor der Explosion gewarnt. Die Polizei konnte regelrecht in letzter Minute den Tatort räumen, hieß es im Radio. In einem Mülleimer nahe der Außenmauer des Gefängnisses wurde demnach eine Bombe gefunden. Die Detonation hallte den Angaben zufolge durch die gesamte Region und war bis ins etwa acht Kilometer entfernte Athener Stadtzentrum zu hören.

In dem Gefängnis sitzen Mitglieder der linksextremen Untergrundbewegung 17. November ein, die 2003 wegen einer Serie von Anschlägen und Morden, durch die zwischen 1975 und 2000 insgesamt 23 Menschen starben, verurteilt wurden.

can/dpa/Reuters/AP/AFP

Seit dem 1. Mai überschlagen sich in Griechenland die Ereignisse. Einen Tag nach Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei während der Proteste vergangenen Samstag wurde die Maßnahmen des Sparprogramms von IWF und EU veröffentlicht. Das Programm sieht Kredithilfen von EZB und IWF in Höhe von 110 Milliarden Euro in den nächsten Jahren vor. Im Gegenzug sind u.a. Maßnahmen wie die Erhöhung der Mehrwertsteuer von 21 auf 23%, Lohnkürzungen von 20-30% vor allem der Staatsbediensteten, sowie Verlängerung der Lebensarbeitszeit, Abbau zahlreicher Arbeitnehmerschutzrechte und Streichung von Weihnachts- und Feiertragsgeldern, vorgesehen.

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