Gleiche Brüder mit ungleichen Kappen?

Oder: Voll extrem – eine Kritik des Extremismusbegriffs.

Text für die Falkenzeitschrift Avanti

Es ist alt und doch wieder neu: Spätestens seit dem G8-Gipfel in Heilligendamm und dem damit verbundenen kräftigen Gruß antikapitalistischer Bewegungen an bestimmte Kreise der Gesellschaft ist eine gewisse Form der Auseinandersetzung mit der emanzipatorischen Linken wieder in Mode: Die Gleichsetzung von „Links“ und „Rechts“. Das Repertoire für solcherlei Argumentation ist groß und reicht von populistischen Politikeraussagen a la Innensenator Körting und seinen „rotlackierten Faschisten“ über gängige und griffige Springer-Schlagzeilen bis hin zum ideologischen Argumentationsbausatz, designed by Verfassungsschutz-Hofpolitikwissenschaftlern, allen voran der politische Papa geistigen Dünnschisses (auch Extremismusforschung genannt) Eckhard Jesse.

Das Prinzip dieser auf unzähligen Seiten dargelegten komplexen Theorie ist dann doch sehr simpel und mündet im schlichten sogenannten Hufeisen-Modell. Hierbei befinden sich in der „Mitte“, in der freiheitlich-demokratischen Grundordnung all jene Parteien, Organisationen und Verbände, die den demokratischen Verfassungsstaat durch ihre Funktion als Vertretung politischer Interessen bestimmter Gruppen legitimieren. An den Rändern wiederum befinden sich dann jene, die durch ihre Funktion eben jenen Verfassungsstaat „deligitimieren“ und eine „desintegrierende Wirkung“ ausüben. Kurz gesagt, all jene, die etwas gegen die bestehende Ordnung haben. Und weil ein Hufeisen sich an den Enden wieder annähert ist auch klar, dass die „radikalsten“ unter den Radikalen dann irgendwie eine Menge gemeinsam haben.

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Broschüre „Total Extrem“ auf Antifa.de